Kleine Wohnung einrichten: Warum kompakt wohnen nicht weniger bedeutet

05/06/2026

Seit über 20 Jahren dürfen wir ganz unterschiedliche Zuhause in Zürich mitgestalten: Wohnungen mit wunderschönem Licht und schwierigen Ecken. Mietwohnungen mit gewissen Grenzen. Familienwohnungen, in denen jeder Raum viel leisten muss. Und Stadtwohnungen, in denen ein Tisch vielleicht gleichzeitig Arbeitsplatz, Esstisch und Fläche für Brettspiele, Basteln und Gespräche ist.

Immer wieder taucht dabei derselbe Gedanke auf: Das ist nicht unser Zuhause für immer. Dahinter steckt oft eine gewisse Zurückhaltung. Sollten wir wirklich in diesen Ort investieren? Sollten wir nicht lieber warten, bis wir mehr Platz haben, bis die Kinder grösser sind, bis irgendwann alles etwas einfacher ist?

Wir verstehen dieses Gefühl sehr gut. Gleichzeitig haben wir oft gesehen, wie viel sich verändert, wenn ein Zuhause, egal wie klein oder vorübergehend, mit Sorgfalt betrachtet wird. Ein kleines Zuhause sollte sich nie anfühlen wie ein Wartezimmer für ein grösseres.

Das Leben findet nicht später statt. Es findet jetzt statt. Im Morgenlicht am Küchentisch. Im Sessel, in dem man nach der Arbeit liest. In dem Raum, der Wohnzimmer, Büro, Gästezimmer und Rückzugsort zugleich sein muss. Kompakt zu wohnen bedeutet nicht, sich mit weniger zufriedenzugeben. Es bedeutet, mehr aus dem zu machen, was bereits da ist.

Klein bedeutet nicht weniger wertvoll

In einem kleineren Zuhause zählt jedes einzelne Stück. Ein Tisch muss vielleicht Abendessen, Arbeit und Gespräche tragen. Ein Stuhl kann eine ganze Ecke prägen. Eine Leuchte kann die Stimmung stärker verändern als ein weiteres Möbelstück.

Genau hier wird Qualität sehr praktisch. Ein sorgfältig ausgewählter Stuhl, Tisch, ein Sofa, eine Leuchte oder ein Schrank gehört nicht nur zu einer bestimmten Adresse. Solche Stücke können mitziehen. In einen anderen Raum, eine andere Stadt, eine andere Lebensphase. Und wenn man lange genug mit etwas gut Gemachtem lebt, bekommt es Bedeutung. Es wird Teil der eigenen Geschichte oder der Familiengeschichte. Nicht, weil es besonders kostbar ist, sondern weil es da war.

Klein muss also nicht provisorisch, günstig oder low budget bedeuten. Einige der intelligentesten Möbel sind genau deshalb entstanden, weil Räume bescheiden waren und der Alltag Flexibilität verlangt hat. Das modulare Bücherregal-System von Mogens Koch, 1928 für sein eigenes Zuhause entworfen und heute von Fredericia Furniture produziert, ist ein schönes Beispiel dafür: ruhig, nützlich und gemacht, um mit dem Leben mitzuwachsen.

Solche Stücke werden oft weitergegeben oder Jahrzehnte später in guten Vintage- und Auktionshäusern wiederentdeckt. Ihr Wert bleibt, weil sie weiterhin nützlich, schön und relevant sind.

Was Japan und der Norden über Raum verstehen

Zwischen japanischen Interieurs und der zurückhaltenderen Seite des nordischen Designs gibt es eine natürliche Verbindung. Beide schätzen Einfachheit, natürliche Materialien, Handwerk und Alltagstauglichkeit. Diese Verbindung ist nicht nur visuell, sondern auch philosophisch.

Japanische Zuhause mussten oft mit begrenztem Raum auskommen. Räume verändern im Laufe des Tages ihre Funktion. Stauraum wird sorgfältig geplant. Leerer Raum wird respektiert. Schönheit entsteht durch Proportion, Material, Schatten und Zurückhaltung.

Auch der nordische Ansatz teilt im besten Fall diesen Respekt vor dem Alltag. Er fragt: Ist es nützlich? Ist es gut gemacht? Bringt es Wärme, ohne laut zu sein? Wird es sich auch in zehn oder zwanzig Jahren noch richtig anfühlen?

Vielleicht fühlen sich deshalb japanische Sammler:innen, Architekt:innen und Designliebhaber:innen seit Langem zu skandinavischen Möbeln hingezogen, wenn sie Einrichtung sehr bewusst auswählen. Die Oda Collection in Japan, aufgebaut vom Designforscher Noritsugu Oda, umfasst Tausende Designobjekte des 20. Jahrhunderts, viele davon aus Skandinavien. Seine bekannte Stuhlsammlung erinnert daran, dass gutes Design Grenzen überwindet, weil es eine menschliche Sprache spricht: Komfort, Proportion, Berührung, Geduld und Gebrauch.

Ist mehr Platz immer besser?

Wir sprechen oft über Raum, als würde mehr davon automatisch ein besseres Leben bedeuten. Aber stimmt das wirklich?

Ein grosses Wohnzimmer beeindruckt vielleicht auf den ersten Blick. Es bietet Platz für ein riesiges Sofa, weite Distanzen und Grosszügigkeit. Aber fühlt man sich dort am Ende des Tages wirklich besser? Wenn man nach Hause kommt, zur Partnerin, zum Partner, zu den Kindern, zum Buch, zum Abendessen, zum ganz normalen Abend? Oder fühlt man sich vielleicht sogar ein wenig verloren?

Ein Zuhause, das vor allem andere beeindrucken soll, kann schnell zu einem Ort werden, der die Menschen, die darin leben, nicht richtig hält. Echter Komfort lässt sich nicht in Quadratmetern messen. Er zeigt sich darin, ob ein Raum einen willkommen heisst, den Alltag unterstützt und sich gut anfühlt, wenn niemand zuschaut.

Finn Juhls eigenes Haus in Ordrup, das heute über das Ordrupgaard Museum besucht werden kann, ist ein wunderbares Beispiel dafür. Es ist nicht spannend, weil es gross ist. Es ist spannend, weil Architektur, Möbel, Kunst und Alltag zusammengehören. Die Räume wirken persönlich, nützlich und lebendig. Gute Interieurs entstehen nicht allein durch Grösse. Sie entstehen durch Proportion, Haltung und Gefühl.

Ein kleines Zuhause gut einrichten

Wenn man mit einer kompakten Wohnung arbeitet, sollte die erste Frage nicht sein: «Wie bringen wir alles unter?»

Sondern: «Wie soll sich dieses Zuhause im Alltag anfühlen?»

Von dort aus werden die praktischen Entscheidungen klarer. Beginnen Sie mit den Stücken, die den Alltag tragen. Proportion ist alles. In einem kleinen Zuhause sollte man Möbel nicht einfach wählen, weil sie klein sind. Ein Raum voller zu kleiner Stücke kann unruhig wirken und ja, sogar kleiner. Oft bringt ein selbstbewusstes Möbelstück mit genügend Raum rundherum mehr Ruhe als viele vorsichtige Einzelteile.

Und lassen Sie bewusst etwas frei. Nicht jede Wand braucht Möbel. Nicht jedes Regal braucht Objekte. Ein kleines Zuhause wirkt grosszügiger, wenn auch das Auge Platz zum Ausruhen hat.

Kompakt wohnen in Zürich mit holm°

Ein kleineres Zuhause verlangt Präzision. Nicht mehr Möbel, sondern genauso sorgfältige Entscheidungen wie in einem grösseren Zuhause. Nicht einen festen Stil, sondern Räume, die verstehen, wie die Menschen darin leben.

Bei holm° unterstützen wir Kund:innen in Zürich dabei, Zuhause zu gestalten, die ruhig, persönlich und wirklich nutzbar sind. Ob gemietet, vorübergehend, kompakt oder einfach bereit, neu gedacht zu werden.

Vielleicht ist der Sommer ein guter Moment, um wahrzunehmen, wie sich das eigene Zuhause im Alltag anfühlt. Und nach den Ferien ein guter Zeitpunkt, in einem 1:1 Kennenlern-Call mit uns darüber zu sprechen, was sich verändern könnte.

Buchen Sie Ihr 1:1. Ein kostenloser und unverbindlicher Kennenlern-Termin mit einer unserer Einrichtungsberater:innen.

Eine Einrichtung ist so persönlich, wie es nur sein kann. Lernen Sie deshalb unsere Interior-Designer:innen bei einem Besuch unseres Design-Studios in Zürich oder bei einem kostenlosen 30-minütigen Videocall kennen. Buchen Sie Ihr 1:1 – Ihr erster Schritt auf dem Weg zu Hygge.

Anna Berg

Interior Design Lead

Die Gründerin von holm, Anna Berg, ist gebürtige Schwedin und führt seit 20 Jahren holm. Als Interior Design Lead ist sie für alle unsere Einrichtungsprojekte verantwortlich.

30’ gratis Call