Montana: Möbel, die mit dem Leben mitgehen
07/09/2026
Vor Kurzem sind einige neue Stücke von Montana Furniture bei uns im Showroom eingezogen: der neue Montana Wardrobe mit seinen überarbeiteten Proportionen, eine grosszügige Regalkomposition und ein schöner, ausgesprochen praktischer Nachttisch. Drei unterschiedliche Möbel, die auf derselben Idee beruhen. Und ein guter Anlass, wieder einmal genauer auf ein Unternehmen zu schauen, das für uns seit vielen Jahren zu den wichtigen Namen des skandinavischen Designs gehört.
Eine einfache Idee mit erstaunlich vielen Möglichkeiten
Peter J. Lassen gründete Montana 1982 nach Jahrzehnten bei Fritz Hansen, wo er mit einigen der prägenden Persönlichkeiten der dänischen Moderne zusammenarbeitete, darunter Arne Jacobsen, Verner Panton und Jørn Utzon. In dieser Zeit begann er auch, jenes modulare Stauraumkonzept zu entwickeln, aus dem später Montana entstehen sollte.
Die Idee dahinter war bemerkenswert pragmatisch: Stauraum sollte zur Architektur und zu den Möbeln eines Raumes passen, aber ebenso zu den Dingen, die Menschen tatsächlich darin aufbewahren. Die Abmessungen orientierten sich am DIN-Standard und boten Platz für vertraute Formate wie A4-Ordner. Gleichzeitig waren die Proportionen so zurückhaltend gewählt, dass sich die Möbel selbstverständlich mit den Tischen und Stühlen der dänischen Moderne kombinieren liessen.
Aus diesem rationalen Ausgangspunkt entwickelte sich ein System mit einer erstaunlichen Zahl an Möglichkeiten. Heute umfasst das Montana System 36 Basismodule, vier Tiefen und 43 Oberflächen. Hinzu kommen Regalböden, Türen, Schubladen, Tabletts und zahlreiche weitere Elemente. Die Module können an der Wand hängen, auf Sockeln, Beinen oder Rollen stehen, eine ganze Wand einnehmen oder als kleines Einzelmöbel neben dem Bett funktionieren. Und dann ist da natürlich die Farbe. Sehr viel Farbe.
Trotz all dieser Möglichkeiten erleben wir bei unseren Kundinnen und Kunden immer wieder, dass die Entscheidung für Montana erstaunlich einfach fällt. Vielleicht gerade deshalb, weil ein Montana Möbel nicht heute schon jedes denkbare Problem der nächsten zwanzig Jahre lösen muss.
Wenn ein Bücherregal zum Lowboard wird
Ein gutes Beispiel dafür haben wir bei einer Kundin erlebt. Sie zog mit einem Montana Bücherregal um, das in der neuen Wohnung als Bücherregal keinen Sinn mehr ergab. Mit dem Möbel selbst war nichts falsch. Nur der Raum hatte sich verändert. Wir konfigurierten die Module neu, ergänzten passende Sockel und machten daraus ein Lowboard.
Für uns ist das eines der überzeugendsten Argumente für Montana. Denn Langlebigkeit bedeutet nicht nur, dass ein Möbel physisch dreissig Jahre übersteht. Entscheidend ist auch, ob es dreissig Jahre lang nützlich bleiben kann.
Menschen ziehen um. Räume bekommen neue Funktionen. Sammlungen wachsen. Homeoffices entstehen und verschwinden wieder. Was einmal offen gezeigt werden sollte, möchte man später vielleicht verstauen und umgekehrt.
Beim Montana System lassen sich vorhandene Module neu kombinieren, auf andere Räume verteilen oder mit Türen, Schubladen, Beinen und Sockeln verändern. Modularität ist hier nicht der Vorwand, immer wieder etwas Neues zu kaufen. Sie ist vielmehr eine Möglichkeit, das, was man bereits besitzt, relevant zu halten.
Der neue Montana Wardrobe
Genau diese Logik führt auch der neue Montana Wardrobe weiter, den Montana rund um die diesjährigen 3daysofdesign in Kopenhagen präsentierte.
Die überarbeiteten Module schaffen grosszügigeren Stauraum und stehen in zwei Tiefen zur Verfügung. Besonders interessant ist die neue, reduzierte Tiefe von 38,8 cm. Sie eröffnet Möglichkeiten an Orten, an denen ein klassischer 60 cm tiefer Kleiderschrank zu viel Raum beanspruchen würde, etwa in einem schmalen Korridor, einem kleineren Schlafzimmer oder einer Garderobe.
Für gefaltete Pullover, Taschen, Schuhe und vieles andere braucht es schliesslich nicht immer die volle Schranktiefe. Für hängende Kleidung und klassische Kleiderschranklösungen bleibt die Tiefe von 60 cm bestehen.
Es ist eine sehr typische Art, wie Montana ein Produkt weiterentwickelt. Was bereits funktioniert, wird nicht ersetzt. Das System bekommt einfach zusätzliche Möglichkeiten und wird dadurch nützlicher.
Möbel, die sich verändern dürfen
Auch hinter den Möbeln selbst steht eine Form von Kontinuität. Montana ist bis heute ein dänisches Familienunternehmen und wird von Peter J. Lassens Sohn Joakim Lassen geführt. Die Möbel werden weiterhin in Dänemark entwickelt und produziert. Seit 2007 verwendet Montana wasserbasierte Lacke, das Montana System trägt seit 2019 das EU Ecolabel.
Das sind relevante Details. Noch interessanter finden wir jedoch, dass die ursprüngliche Idee mehr als vierzig Jahre nach der Einführung des Systems immer noch funktioniert. Vielleicht ist sie heute sogar aktueller denn je.
In einer Zeit, in der ständig neue Produkte, Varianten und Möglichkeiten präsentiert werden, kann eine Entscheidung für Montana erstaunlich unkompliziert sein. Man muss heute nicht wissen, was man in zehn oder zwanzig Jahren brauchen wird. Das Möbel lässt genügend Spielraum dafür, dass sich das Leben darum herum verändern darf. Und dafür, dass man selbst seine Meinung ändert.
Unser neuer Montana Wardrobe, die grosse Regalkomposition und der Nachttisch sind ab sofort im holm° Showroom in Zürich zu sehen. Nur bei der Wahl der Farbe können wir nicht versprechen, dass die Entscheidung ganz so schnell fällt.
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Anna Berg
Interior Design Lead
Die Gründerin von holm, Anna Berg, ist gebürtige Schwedin und führt seit 20 Jahren holm. Als Interior Design Lead ist sie für alle unsere Einrichtungsprojekte verantwortlich.